Der Luzerner Stadt-Land-Graben: Wirklichkeit oder politische Polemik?
Der angebliche Stadt-Land-Graben ist derzeit in aller Munde. Gerade in Luzern aber nicht erst, seit die grösste Partei des Landes ihn zum Wahlkampfmotto erkoren hat. So hat etwa Regierungsrat Marcel Schwerzmann den Zusammenhalt zwischen Stadt und Land unabhängig davon als Credo für sein Amtsjahr als Regierungspräsident gewählt.
Jüngst wurde wiederholt betont, dass es sich beim (Luzerner) Stadt-Land-Graben eigentlich um einen Links-Rechts-Graben handle. Doch alls dem tatsächlich so ist, stellt sich natürlich die Frage, ob gemeinsame Visionen und Lösungen innert nützlicher Frist (z.B. Klima) überhaupt möglich sind, oder ob die Vorstellungen von Stadt und Land schlicht zu weit auseinander liegen.
Gleichzeitig lässt sich die These vom Links-Rechts-Graben aber auch hinterfragen. Weil auch wenn die Lebensentwürfe der einzelnen Menschen (nicht der Politiker:innen) in der Stadt und auf dem Land, allenfalls verschieden sind, muss das ja nicht zwingend heissen, dass man bei den meisten Themen politisch völlig unterschiedlich denkt.
Fehlt vielleicht also eher das gegenseitige Verständnis, obwohl man in einzelnen Lebensbereichen vielleicht sogar die gleichen Ziele hat? Und lässt sich den «einfachen» Bewohner:innen des Kantons folglich das links-rechts-Schema gleichermassen überstülpen, wie es anscheinend im Parlament vorherrscht?
Oder konkreter gefragt: Warum sollen sich die Einwohner:innen eines Dorfes sich nicht besseren ÖV wünschen und vermehrt aufs Auto verzichten wollen? Zumal es Erhebungen gibt, die dies vermuten lassen. Betrachtet man sozialpolitische Themen auf dem Land und in der Stadt wirklich fundamental anders? Auch dies ist fraglich, da zum Beispiel das Thema gemeinnütziger/preiswerter Wohnraum offenbar auch auf dem Land wichtiger wird, wie Beispiele aus der jungen Vergangenheit zeigen.
Und nicht zuletzt: Was kann die Linke/die Sozialdemokratie tun und besser machen, damit die Menschen auf dem Land auch wirklich merken, dass diese Parteien und Organisationen für viele ihrer Anliegen Lösungsansätze parat haben?
Darüber möchten wir mit euch diskutieren.
Wir treffen uns am Donnerstag, 28. Oktober, ab 19:30 im Magdi
(St. Magdalena) an der Eisengasse 5 in Luzern.
