Die SP/JUSO-Fraktion hat gemeinsam mit der Grünen/JG-Fraktion das Postulat «Schutz vor sexueller Belästigung und Diskriminierung am Arbeitsplatz stärken» eingereicht. Die Postulant*innen fordern den Stadtrat auf zu prüfen, wie der Schutz für Mitarbeitende in der Stadtverwaltung sowie in Unternehmen mit städtischer Beteiligung gezielt verbessert werden kann. Ziel ist ein Arbeitsumfeld, das für alle Mitarbeitenden sicher, respektvoll und frei von Diskriminierung ist.
Sexuelle Belästigung, Diskriminierung und andere Formen grenzverletzenden Verhaltens sind auch im öffentlichen Sektor nach wie vor Realität. Studien zeigen, dass viele Vorfälle nicht gemeldet werden – etwa aus Angst vor negativen Konsequenzen, fehlendem Vertrauen oder unklaren Zuständigkeiten. Die Folgen für Betroffene sind gravierend und reichen von psychischer Belastung bis hin zu gesundheitlichen Problemen und beruflichen Einschränkungen.
Als öffentliche Arbeitgeberin kommt der Stadt Luzern eine besondere Vorbildfunktion zu. Zwar bestehen bereits Regelungen und Merkblätter, doch sind diese oft wenig bekannt und nur eingeschränkt zugänglich. Zudem ist für viele Mitarbeitende nicht klar, an wen sie sich wenden können, wenn sie einen Vorfall anonym melden möchten und sich nicht an ihre vorgesetzte Person oder den HR-Bereich wenden wollen.
Mit dem Postulat wird der Stadtrat beauftragt zu prüfen, wie die bestehenden Grundlagen zu einem einfach zugänglichen und öffentlich sichtbaren Leitfaden weiterentwickelt werden können. Weiter soll geprüft werden, wie Mitarbeitende – insbesondere neue Angestellte und Führungskräfte – systematisch sensibilisiert und geschult werden können. Ein zentrales Anliegen ist zudem die Schaffung niederschwelliger und vertrauenswürdiger Anlaufstellen, an die sich Betroffene auch anonym wenden können, beispielsweise durch eine Stärkung oder Einbindung der Ombudsstelle oder durch speziell geschulte interne Vertrauenspersonen.
Darüber hinaus soll der Stadtrat prüfen, wie betroffene Mitarbeitende während eines Verfahrens noch besser geschützt und unterstützt werden können, welche Verfahren und Konsequenzen bei grenzverletzendem Verhalten gelten und wie diese transparent kommuniziert werden. Ebenso soll untersucht werden, wie Vorfälle anonymisiert statistisch erfasst werden können, um Entwicklungen zu erkennen und die Wirksamkeit der Massnahmen zu überprüfen. Die vorgeschlagenen Massnahmen sollen nach Möglichkeit auch für Unternehmen mit städtischer Beteiligung Anwendung finden.
Für Rückfragen:
Sophia Müller, Mitglied SP/JUSO-Fraktion, 078 708 92 79